Foto: Carsten Nicolai

Fennesz

*1962 in Wien, lebt und arbeitet in Wien

www.fennesz.com

 

Fennesz ist das Soloprojekt des österreichischen Musikers, Komponisten und Klangkünstlers Christian Fennesz (*1962 in Wien). Seit den frühen 1990er-Jahren zählt er zu den international einflussreichsten Protagonisten elektronischer und experimenteller Musik. Seine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von elektronischer Klangverarbeitung, Gitarrenmusik, Noise und Ambient und haben maßgeblich zur ästhetischen Öffnung elektronischer Musik in Richtung emotionaler, texturaler und harmonischer Räume beigetragen. Ausgebildet als Gitarrist und ursprünglich im Umfeld von Rock- und Improvisationsmusik aktiv, begann Fennesz früh, die E-Gitarre mithilfe digitaler Signalverarbeitung neu zu denken. Charakteristisch für seine Musik ist die Verschmelzung von Gitarrenklängen mit Laptop-basierter Elektronik, wobei Herkunft und Materialität der Klänge oft bewusst ambivalent bleiben. Melodie, Rauschen und Struktur existieren gleichberechtigt nebeneinander und erzeugen eine fragile Balance zwischen Abstraktion und unmittelbarer Sinnlichkeit.
Internationale Bekanntheit erlangte Fennesz Ende der 1990er-Jahre mit Veröffentlichungen auf dem renommierten Label Mego, insbesondere mit dem Album Endless Summer (2001), das heute als Meilenstein der elektronischen Musik gilt. Das Werk verband digitale Störgeräusche mit fragmentarischen, fast nostalgischen Harmonieansätzen und eröffnete neue Perspektiven auf Ambient, Glitch und Post-Rock. Auch spätere Alben wie Venice (2004), Black Sea (2008), Bécs (2014), Agora (2019) sowie Mosaic (2024) wurden international hochgelobt und zeigen eine kontinuierliche Weiterentwicklung seiner unverwechselbaren Klangsprache.
Mit Mosaic verdichtet Fennesz seine langjährige Auseinandersetzung mit Struktur, Wiederholung und klanglicher Fragmentierung zu einem vielschichtigen, formal offenen Werk. Das Album vereint fein ausgearbeitete elektronische Texturen mit brüchigen melodischen Motiven und reflektiert zugleich eine verstärkte Hinwendung zu prozessualem Denken und modularen musikalischen Formen.
Mosaic steht exemplarisch für Fennesz’ Fähigkeit, komplexe digitale Klangarchitekturen mit emotionaler Tiefe und atmosphärischer Präsenz zu verbinden. Neben seiner Solotätigkeit ist Fennesz ein gefragter Kollaborationspartner.
Er arbeitete unter anderem mit Ryuichi Sakamoto, Alva Noto, David Sylvian, Jim O’Rourke, Keith Rowe, King Midas Sound und Lillevan zusammen. Mit Sakamoto verband ihn über viele Jahre eine enge künstlerische Zusammenarbeit, die in gemeinsamen Alben, Live-Performances und Installationen mündete und Fennesz’ Interesse an Reduktion, Raum und klanglicher Transparenz weiter vertiefte. Fennesz ist weltweit auf renommierten Festivals, in Konzerthäusern, Clubs und Kunsträumen präsent. Seine Live-Auftritte sind keine bloßen Reproduktionen seiner Studioarbeiten, sondern offene, situative Prozesse, in denen Improvisation, Raumakustik und technische Fragilität eine zentrale Rolle spielen. Darüber hinaus realisierte er Musik für Film, Theater und Medienkunst sowie ortsspezifische Klanginstallationen. Mit seinem Werk hat Fennesz die Wahrnehmung elektronischer Musik nachhaltig geprägt: als Musikform, die zugleich körperlich und abstrakt, emotional und konzeptuell, technologisch reflektiert und zutiefst menschlich sein kann.

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